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Dreamhack-Dokumentation jetzt gratis auf SPIEGEL.TV

SPIEGEL.TV und SPIEGEL ONLINE - Zocker-Alarm in Jönköping: DreamHack

Zocker-Alarm in Jönköping: Die eSport-Kultur bei der DreamHack

Eine Dokumentation von Marcel Fröbe (Autor, Kamera, Animation und Schnitt)

45 Minuten. Ab 27. September 2014 frei auf „SPIEGEL.TV“

Beim E-Sport treten Zocker gegeneinander an – in Spielen wie „Counterstrike“ oder „League of Legends“. Der größte Computerspiel-Rave der Welt steigt vier Nächte lang in Südschweden. Der elektronische Sport stellt Besucherrekorde auf. Zehntausende Fans jubeln den Profi-Zockern auf digitalen Festivals wie der DreamHack zu. SPIEGEL.TV-Autor Marcel Fröbe begleitet Profi-Spieler Sascha Lupp, der seinen internationalen Durchbruch schaffen will, den „Counterstrike“-Zocker Asmo, der mit seinem neu gegründeten „Team 10“ direkt ins Finale einziehen möchte und Moderator Dennis Gehlen, der im Livestream Zuschauermengen mobilisiert, von denen mancher TV-Sender träumt. Alle wissen: Auch beim elektronischen Sport geht es um Emotion, Kalkül und Kommerz. Direkt zum Film.

TV-Termin im April: Es geht ums Zocken!

"Will ich wissen! Faszination E-Sport" Ein Film von Marcel Fröbe
Will ich wissen! Faszination E-Sport

Eine Dokumentation von Marcel Fröbe (Autor, Kamera und Schnitt)

45 Minuten. Freitag, 25. April 2014 um 21.50 Uhr, im Pay-TV auf „SPIEGEL TV Wissen“

Senderinformation: Mit körperlicher Betätigung hat E-Sport nichts zu tun, aber dennoch kommen die Teilnehmer ins Schwitzen. Immer mehr junge Menschen sind fasziniert von den Computerspiel-Meisterschaften und fiebern mindestens so euphorisch mit wie bei einer Fußball-Weltmeisterschaft. SPIEGEL TV WISSEN geht der Frage nach, warum der elektronische Sport Besucherrekorde aufstellt und Zehntausende ihren Profi-Zockern auf Digitalen Festivals zujubeln.

Die Dokumentation wird im Rahmen der neuen Film-Reihe „Sport Extrem“ und der beliebten Marke „Will ich wissen“ ausgestrahlt.

Update: Der Film ist auch Teil der neuen Sendereihe „Freaks am Freitag“, die sich extremen Hobbys, verrückten Trends und neuesten Technologien widmet. Menschen auf der Suche nach dem digitalen Kick – ab 19. September jeden Freitag auf SPIEGEL TV Wissen.

E-Sport: Beitrag für “SPIEGEL TV Magazin” (RTL)

SPIEGEL TV Magazin - Virtuelle Schlachtfelder; Ein Beitrag von Marcel FröbeVirtuelle Schlachtfelder – eSport und LAN-Kultur auf der DreamHack

Autor und Kamera: Marcel Fröbe

07:20 Minuten. Sonntag, 16. Februar 2014 um 22:15 Uhr im „SPIEGEL TV Magazin“ auf RTL

Vor 20 Jahren hätte sich noch niemand vorstellen können, dass es Athleten gibt, die ihre Wettkämpfe ausschließlich im Sitzen und mit einer Computertastatur bestreiten. Heute ist eSport Alltagskultur.

SPIEGEL.TV-Reporter Marcel Fröbe hat deutsche Zocker ins schwedische Jönköping begleitet. Dort findet zwei Mal im Jahr die größte LAN-Party der Welt statt: Auf der DreamHack ziehen eGamer in digitale Schlachten wie „Counterstrike“ oder „Starcraft“. Direkt zum Beitrag im Magazin.

Die 43-minütige Reportage über elektronischen Sport ist demnächst im Pay-TV bei „SPIEGEL TV Wissen HD“ zu sehen.

Achtung, Ernst: Der perfekte Ton beim TV-Dreh

Beinahe jeder Videojournalist kennt das Problem: Filmt er oder sie alleine, lässt sich die Tonaufnahme meist nur schwer handeln. Kompromisse sind angesagt. Aber: Das muss nicht sein!

Mit dem Tonangel-Helm „Audio-Master“ – und einem Augenzwinkern – lässt sich jede Situation auch vom VJ perfekt mikrofonieren. Nur in Ausnahmefällen kann der von den TV-Sendern an die Produzenten durchgereichte Sparzwang unangenehm werden: Besitzt der Fernsehschaffende etwa keine ausgeprägte Nackenmuskulatur, sind beim Dreh peinliche Zwischenfälle mit der Protagonistin programmiert. Doch keine Sorge: Das teure Equipment wirds schon überstehen!

VJ mit Ton-Angel beim Fernseh-Dreh

Vom Abkupfern dieser praktikablen Idee rate ich Technik-Herstellern übrigens dezent ab. In wenigen Tagen habe ich sicherlich schon ein Patent für den Ton-Helm. Gezeichnet hat die wunderbare Christina Mothes.

Reportage “Seniorenknast” nun auch auf “SPIEGEL.TV”

SPIEGEL.TV und SPIEGEL ONLINE - Seniorenknast: Ende hinter Gittern

Seniorenknast:
Ende hinter Gittern

Ein Film von Marcel Fröbe (Autor und Kamera)

45 Minuten. Ab 28. September 2013 frei bei “SPIEGEL.TV”

Am Samstag, dem 28. September 2013, hat die Reportage “Seniorenknast: Ende hinter Gittern” ihre Free-TV-Premiere auf „SPIEGEL.TV“ und wird unter anderem auf der Startseite von SPIEGEL ONLINE (Screenshot) präsentiert. Direkt zum Film.

SPIEGEL.TV und SPIEGEL ONLINE - Seniorenknast: Ende hinter Gittern

Kriminalität: Beitrag für “SPIEGEL TV Magazin” (RTL)

SPIEGEL TV Magazin - Innenansichten aus dem Rentner-Knast; Ein Beitrag von Marcel Fröbe

Alt und kriminell – Innenansichten aus dem Rentner-Knast

Autor: Marcel Fröbe

09:30 Minuten. Sonntag, 11. August 2013 um 22:05 Uhr, im “SPIEGEL TV Magazin” auf RTL

Es gibt viele Gründe, wieso unbescholtene Menschen im hohen Alter straffällig werden: Bei manchen ist es Frust, angestaute Wut oder ein Aufeinandertreffen unglücklicher Umstände. Eines haben aber alle gemein: Kaum jemand will noch als Rentner im Gefängnis sitzen. Und deshalb wird die Lebens- und Hafterfahrung der Senioren-Strafgefangenen genutzt – als abschreckendes Beispiel für junge Häftlinge. Marcel Fröbe hat mit Männern gesprochen, die gemordet und geraubt haben und dafür möglicherweise bis an ihr Lebensende einsitzen müssen. Direkt zum Beitrag im Magazin.

Reportage für „Spiegel TV Wissen“

"Ende hinter Gittern? Kapitalverbrecher im Rentenalter" Ein Film von Marcel Fröbe

Ende hinter Gittern? Kapitalverbrecher im Rentenalter

Eine Reportage von Marcel Fröbe (Autor und Kamera)

45 Minuten. Freitag, 23. August 2013 um 21:00 Uhr, im Pay-TV auf „Spiegel TV Wissen“

 

Warum werden alte Menschen kriminell – zum Teil nach einem geordneten, straffreien Leben? Siegfried (70) ist einer von 50 Insassen der Seniorenabteilung in Waldheim, Sachsen. Hier sitzen ausschließlich Erststraftäter. Seine Frau wollte drei Jahre vor der Goldenen Hochzeit die Scheidung. Als Siegfried zustieß, nahm er sie nur schemenhaft wahr. Jetzt sitzt der Ex-Pilot bis 2025 – wegen Mordes. Außerdem begleitet der Film unter anderem noch zwei „JVA-Opas“ aus Nordrhein-Westfalen auf ihrer Mission im Jugend-Knast.

Der demographische Wandel macht auch vor dem Gefängnis nicht halt. Die Justizvollzugsanstalten müssen sich für immer mehr und immer ältere Straftäter rüsten. Mit dem Alter kommen aber auch Gebrechen und Behinderungen, auf die sich der Vollzug einstellen muss. Einige JVAen haben für die neue alte Gefangenen-Generation bereits ihr eigenes Konzept entwickelt: Mehr Betreuung, offene Zellentüren – getrennt vom Regelvollzug. So haben die älteren Herrschaften mehr Ruhe. Was nichts daran ändert, dass einige von ihnen nie wieder in Freiheit leben werden. Zur Programm-Ankündigung auf SPIEGEL ONLINE.

„Guckt mal hier, das ist Scheiße!“

Lars Golenia ätzt in seiner Webshow seit Jahren gegen das TV-Programm. Auch wenn er damit quasi jede Folge das gleiche macht, sein Humor kommt an. Ist es da nicht gerecht, dass der angehende Lehrer tagsüber von „Berlin – Tag & Nacht“-Fans umzingelt ist?

Ein Technik-Fanatiker ist Lars Golenia wohl nicht. Wenn er skypt, dann funktioniert sein Mikro wahrscheinlich nicht sofort, auch das mit dem Video nicht. Gerade erst den Rechner neu aufgesetzt, kein Problem.

Wie ein Blick in die Wohnzimmer, ein bisschen überzogen, das sei seine mittlerweile 54-teilige Web-TV-Reihe „fern gesehen“. „Ich fasse Fernseh-Sendungen satirisch zusammen, mache mich über sie lustig, ziehe sie durch den Dreck und versuche am Ende noch so etwas wie eine Moral zu ziehen“, sagt Lars. Pro Folge erreicht er damit ein paar zehntausend Menschen.

Ob er der Grinch der TV-Industrie ist? Komische Frage. „Aber dafür bin ich leider ein wenig zu machtlos. Ich würde das Fernsehen gern klauen, einfach zu RTL gehen und alles wegnehmen.“

Zwischen TV-Wahnsinn und dem Ernst der Sache

Lars ist nicht unbedingt der nachdenkliche Typ. Als Fernsehkritiker würde er sich nicht beschreiben, eher als Fernsehparasit. Und manchmal klingt er fast schon zu ernst, wenn er über sein Web-Format Auskunft gibt: Seine Arbeit, das Anschauen von TV-Sendungen, werde eben auch nicht einfacher. „Man erarbeitet sich Fähigkeiten, das Fremdschämen zu überwinden. Nur wird das halt immer schlimmer“, meint er. „Wenns gar nicht geht, spule ich vor und denke: Vielleicht findest du ja irgendwann nochmal die Kraft, das anzusehen.“

Es kommt ihm auf den Inhalt an, Windows XP ist er bis 2013 treu geblieben. Viele Jahre hat er seine Videos mit dem Movie Maker geschnitten. „Ich brauche ja keine High-Tech-Ausrüstung“, erzählt er. „Ich finde, mein Humor braucht kein HD-Format oder irgendwelche Special-Effects.“ Es geht nicht um Optik, sondern ums Timing.

Das Fernsehen pusht die kleinste Banalität hoch in den Himmel. Lars: „Theoretisch könnte ich auch jeden Monat die gleiche ‚fern gesehen‘-Folge hochladen und nur die Ausschnitte tauschen.“ Das Fernsehen habe nichts zu zeigen, und doch nimmt sich Lars immer wieder Zeit, dieses Nichts neu zusammenzuschneiden. „Je nach Fremdschämfaktor sitzt man da zwei bis drei Stunden davor. Das ist ja das Schlimme, man muss es mehrfach schauen“, erklärt der 26-Jährige.

Während Lars aus seiner unauffällig eingerichteten Studentenbude zugeschaltet ist, lädt er ein neues Video hoch. Immer wieder schaut er, wie lange der Upload noch dauert. In der nächsten Sendung wird er sich „Teenagern in Not“ widmen, ein bisschen Arbeit hat er da noch vor sich.

Doch warum tut er sich das an? „Ich will den Leuten eine Alternative zeigen“, sagt er, sechs Jahre nach der verhauenen Aufnahmeprüfung fürs Medienstudium. „Und es ist beeindruckend, dass immer mehr Leute meine Sendungen anschauen.“

Journalist – das ist er nicht, auch wenn er das vor einigen Jahren noch studieren wollte. Aber nein: „Da muss man arbeiten, so viel recherchieren, das ist gar nicht meins.“ Heute macht er sich über Begriffe wie Zielgruppe überhaupt keine Gedanken mehr. „Facebook sagt, meine Zielgruppe ist zu 75 Prozent männlich, ist zwischen elf und 35 Jahren alt und interessiert sich für Computer und Online-Games.“

Der Erfolg von „fern gesehen“? Das verspielte Vertrauen der Zuschauer in die großen Sender, besonders bei Unterhaltungs- und Dokutainment-Formaten. Die Fernseh-Industrie selbst straft ihn dafür mit Ignoranz. Die komplette Branche? Nein, RTL-Streatworker Thomas Sonnenburg hat einst erzürnt angerufen: Er sprach über Rufmord, Medienanwälte, er war so gar nicht wie der nette Onkel aus dem Fernsehen.

„Herr Golenia, warum mögen Sie ‚Party Bruder‘ nicht?“

Doch Lars ist niemand, der sich seine Meinung schnell ausreden ließe. Immerhin studiert er im letzten Semester Lehramt und arbeitet seit einigen Monaten als Honorarkraft an einer Hauptschule. Dort hat er die potentielle „Berlin – Tag und Nacht“-Generation vor sich sitzen. Doch übers TV redet er mit den Schülern selten.

Von seinem Doppelleben als Fernsehkritiker – Entschuldigung, Fernsehparasit – wissen nur wenige Schüler. Aufregung, wuhu, danach Unverständnis. „Herr Golenia, warum mögen Sie ‚Party Bruder!‘ nicht?“ Hat er versucht zu erklären, habe nichts genützt. Dass seine Sendung mitunter selbst sehr vulgär ist – kein Ding. „Da kann ich nichts mehr kaputt machen“, sagt er.

Das Web macht die neuen Stars

Lars, der ist tatsächlich so wie er in seiner Sendung rüberkommt. „Ich bin keine Rampensau, aber schüchtern bin ich auch nicht.“ Seine erste Box mit Autogrammkarten ist mittlerweile alle, immerhin ist „fern gesehen“ mit bis zu 200 Euro pro Monat ein guter Nebenverdienst. Wenn es irgendwann mehr wird? „Dann weiß ich auch nicht was passiert!“

Beispiele für den vermeintlich schnellen YouTube-Erfolg gibt es dagegen einige. „Herr Tutorial“ ist einer davon, von seiner Art fast schon der Gegenentwurf. „Ich bin nicht neidisch auf ihn. Aber ich bin wütend, dass so was zieht!“, sagt Lars. Und da ist er wieder, der Satiriker. Wobei – er meint es ernst: „Ich bin wütend, dass es so viele dumme, ich muss es so sagen, so viele unglaublich dumme Leute gibt, die das gucken.“

Er selbst verliest seit neuestem Falschnachrichten über YouTuber, sieht sich nicht als Webstar. „Dafür gehen mir die vielen Leute, die was von mir wollen, zu sehr auf die Nerven!“ Immerhin ehrlich.

Ob sich im TV je etwas ändern wird? „Wir können da lange draufhauen, aber irgendwann wird das langweilig, müde, das gleiche.“ Doch dann überlegt er kurz, schaut nach unten. „Auf der anderen Seite“, beginnt er, fast hätte er gegrinst, „ein kleines bisschen will ich ja auch nicht, dass solche Formate wegbrechen.“ Dann hätte er ja keine Arbeit mehr, hier vor seiner Webcam.

Von Marcel Fröbe. Der Artikel erschien am 13. Februar 2013 auf medienMITTWEIDA.

„Die krasse Realität dürfen wir nicht zeigen“

Während des RTL-Drehs: „Schulermittlerin“ Sarah Liu spricht über kuriose Fan-Treffen, den Begriff Fließbandarbeit und darüber, was sie an Laienschauspielern fasziniert.

Sarah Liu sitzt in ihrem Hotelzimmer, irgendwo in Deutschland. Sie ist viel unterwegs, auf Drehs, gibt Seminare, gerade wartet sie. Sie wartet, bis die Dreharbeiten starten. Ab 27. August wird die ausgebildete Schauspielerin und studierte Pädagogin wieder in der quotenstarken Scripted Doku „Die Schulermittler“ als Sozialarbeiterin zu sehen sein – und dabei „den betroffenen Teenagern einen Ausweg aus der Gewaltspirale zeigen“, wie in der RTL-Pressemitteilung formuliert. Das Team musste sich anfangs etwas eingrooven, sagt sie; die kommende Staffel des 17-Uhr-Formats wird von „Hi-Five TV“ produziert.

Mittlerweile ist die Hälfte der neuen Staffel abgedreht, Drehpause bis zum 12. August.

Doch die frühere „Ehrensenf“-Moderatorin ist anders als sie der RTL-Zuschauer vielleicht kennt, irgendwie lockerer, sie lacht viel. Sarah hat parallel eine Ausbildung zum Business- und Personal-Coach abgeschlossen, engagiert sich für „wünschdirwas“ und ist ehrenamtliche Sprecherin für die „Tönende Illustrierte“. Trotzdem wird sie für viele „Die Schulermittlerin“ bleiben.

Bist du privat so wie in deiner Rolle als Sarah Lee?

Ich habe auf jeden Fall viele Anteile von ihr. Ich habe auch so ein kleines Helfersyndrom, aber bei der Sarah Lee ist das ja doch sehr ausgeprägt – das habe ich nicht. In der Realität bin ich aber noch ein bisschen taffer!

Noch taffer – geht das?

Wie, geht das? Ich bin doch total nett und emotional und so was! (lacht) Also: Ich habe grundsätzlich nicht die Neigung, jeden den ich sehe, in den Arm zu nehmen.

Was fasziniert dich am „Schulermittler“-Dreh?

Am meisten beeindruckt mich, dass ich so viele unterschiedliche Leute kennenlerne. Wir arbeiten ja mit echten Menschen zusammen, also mit Laiendarstellern. Und ich finde es immer ganz spannend, wie du die Leute einschätzt und was sie dann in der Realität machen.

Und was machen Laiendarsteller im echten Leben?

Das ist ganz unterschiedlich. Wir hatten in der letzten Staffel einen, der früher mal als Porno-Darsteller gearbeitet hat und mir ausführlich von seinem Job erzählt hat.

Hier frage ich jetzt besser nicht nach, oder?

Nein, besser nicht! (lacht) Er hatte eine Tiger-Unterhose an. Die Rolle passte also zu ihm! Es ist immer spannend zu schauen, ob die Leute einen Hintergrund haben, der zu ihrer Rolle passt. Gerade haben wir einen, der einen unterdrückten, verschlossenen Vater spielt. Der ist im echten Leben Außendienstler – quasi das komplette Gegenteil.

So ein Drehtag ist ja aber auch Fließbandarbeit…

Ich bin dagegen, zu sagen, dass wir Fließband machen! Wir drehen jeden Tag an einer anderen Location und haben ein Team, das sich sehr, sehr viel Mühe gibt. Wo auch jede Story wichtig ist! Wir machen aber keinen „Tatort“. Wir haben ein sehr begrenztes Budget und nur zwei Tage für 23 Minuten. Insofern muss es schon schnell gehen, das erfordert Konzentration, Spontanität.

Euer Format ist in einige Länder verkauft worden, die deutschen „Schulermittler“ laufen aktuell auch synchronisiert in Frankreich. Hast du das denn schon mal gesehen?

Nein! (schockiert) Ich habe das noch nicht gesehen. Wenn mir irgendjemand das besorgen kann, dann her damit! Und ich muss unbedingt hören, wie meine Stimme synchronisiert klingt. Wenn ich mir das schon vorstelle: Wenn du meinen Kollegen Heck hast, und die Franzosen sprechen ja das H nicht, dann geht das die ganze Zeit so „Sarah Lee et Monsieur Eck“… Das muss ich unbedingt sehen!

Ist das nicht ein komisches Gefühl?

Es ist auch ein komisches Gefühl, sich auf Deutsch zu sehen! Man denkt oft: „Oh Gott, was machst du denn da?“ Es gibt glaube ich niemanden, der sich selbst im Fernsehen sieht und denkt: „Boah, ich bin so toll, sehe ich super aus!“

Und was denkst du, wenn du dich selbst siehst?

Da bin ich ziemlich kritisch. Klar bin ich manchmal ganz oberflächlich unzufrieden mit meinem Aussehen, wir arbeiten ja ohne Licht und haben auch keine Maske. Das wichtigste ist aber, dass ich mir selber glaube. Und wenn ich Momente sehe, die ich gespielt finde, dann ist das definitiv etwas, woran ich lerne und wachse.

Was hättest du denn als Schülerin gedacht, wenn plötzlich so ein „Schulermittler“ in deine Klasse geplatzt wäre?

Kommt darauf an, was er will. In den Fällen ist es meist so, dass sich Jugendliche an uns wenden und Unterstützung einfordern. Ich meine, es gibt „Schulermittler“ in der Form nicht, aber es gibt Sozialarbeiter, Jugendzentren, Ämter – es gibt Anlaufstellen, die Jugendlichen helfen, wenn sie nicht weiterwissen. Das ist ja auch das, was wir mit dem Format vermitteln wollen: Hol dir Hilfe! Das ist ein ganz wichtiger Aspekt der Sendung und der Grund, warum sie so erfolgreich ist: Weil es wirklich Menschen gibt, die sich kümmern.

Ihr fangt aber auch Leute vom Schulhof, die gerade im Supermann-Kostüm rumspringen und meinen, die Welt retten zu müssen.

Diese Sendung habe ich nicht gedreht.

Hättest du so etwas gedreht?

Ja, wahrscheinlich mit Kommentar, was das jetzt gerade für einen Sinn macht.

Generell schwächeln bei RTL einige ehemalige Quotengaranten – auch am Nachmittag. Drückt das nicht auf die Stimmung am Set der „Schulermittler“?

Nö, null. Wir können nichts tun außer so gut wie möglich unseren Job zu machen, so spannende Fälle wie möglich umzusetzen und das so authentisch wie möglich zu drehen.

Es soll trotzdem Veränderungen geben. Sind vielleicht gerade vor dem Hintergrund die Storys emotionaler oder „krasser“ geworden?

Nein, da sind wir vom Jugendschutz her sehr gebunden. „Die Schulermittler“ sind eine sehr verharmloste Form von dem, was tatsächlich an den Schulen abgeht. Wir können Themen nur ansprechen, aber: Die krasse Realität, wie sie an den Schulen stattfindet, dürfen wir nicht zeigen.

Welche krasse Realität?

Wir hatten auch bei den Drehs schon brenzlige Situationen, die zu hart wären um sie bei uns jemals in einer Folge vorkommen zu lassen. Wir drehen an echten Schulen, mit echten Schülern. Wir bekommen die Dramen natürlich mit. Wenn sich Gangs mit Butterfly-Messern gegenüberstehen, überlegst du dir auch als Erwachsener drei Mal, wie du damit umgehst. Das ist bei uns alles sehr verharmlost.

Meinst du, ihr könnt mit eurer Serie etwas verändern?

Das hoffe ich. Aber kann man mit einer Sendung wirklich etwas verändern? Ich glaube, das kann nicht durch eine Serie passieren. Ich freue mich aber sehr, dass sich die Zuschauer durch uns unterstützt fühlen. Wenn einige durch die Sendung den Mut aufbringen, sich professionelle Unterstützung zu holen, dann haben wir viel erreicht. Außerdem finde ich es toll, dass der Sender ab dieser Staffel auch mehr Verantwortung übernimmt, das ist mir sehr wichtig.

Wo übernimmt der Sender mehr Verantwortung?

Was es auf jeden Fall in der neuen Staffel geben wird, ist von RTL-Seite aus eine Homepage, wo echte Adressen und Ansprechpartner drauf sind. So dass es für die Jugendlichen nicht nur die Sendung gibt, sondern nach diesen 23 Minuten auch die Möglichkeit, sich zu informieren: An wen kann ich mich wenden? Wo bekomme ich die Hilfe, die ich brauche?

Du bist mittlerweile auch viel als Coach unterwegs. Gab’s denn da schon mal Reaktionen wie „Wuah, ich kenne dich aus dem Fernsehen“?

Ja, das gab’s schon. Es ist aber viel unangenehmer, wenn du in einen Laden gehst. Ich bin schließlich viel unterwegs.

Und dann bin ich irgendwo in, wo war das denn letztens, wo war denn das… In Ratingen-Stadt. Und ich hatte ein bisschen Zeit und dachte: Ich brauche mal neue Schuhe. Und die Verkäuferin: „Ach, Sie waren schon paarmal öfter hier!“ Und dann stehe ich da: „Nee, noch nie!“ – „Doch, natürlich, wir kennen uns doch!“ Dann bin ich in der Bredouille, was soll ich denn sagen? „Kennen Sie mich aus dem Fernsehen?“ Ist ja total peinlich, das würde ich nie machen. Ich weiß in solchen Momenten nicht, wie ich damit umgehen soll.

Und außer dem Schuhladen?

Die schlimmste Situation war, als ich und mein Freund, er ist Sänger, in Goslar waren. Auf einem Konzert. Und der Moderator kündigte seine Band an, in dem Moment fingen ganz viele Mädels an zu kreischen. Und die Jungs haben sich total gefreut: „Ja cool, wie die alle reagieren!“ Und dann haben sie sich umgedreht. Da lief ich gerade, und die Mädels kamen auf mich zu gestürmt und schrien „Sarah Lee, Sarah Lee!“ Das war ein bisschen unangenehm, aber das Konzert war trotzdem super. (lacht)

Das Interview führte Marcel Fröbe. Es erschien am 25. Juli 2012 auf medienMITTWEIDA.

„Nicht nur die Fernseh-Tine“

Im Interview spricht TV-Moderatorin Tine Wittler über ihr neues Buch, für das sie in Afrika den mauretanischen Schönheitsidealen auf den Grund ging. Ein ernstes Thema.

Tine Wittler kennen Millionen als RTL-Wohnexpertin. Die 38-Jährige beschwert sich schon lange nicht mehr darüber, wenn sie deshalb als „dick im Geschäft“ bezeichnet wird. Schließlich ist sie parallel zu ihrem TV-Job auch Unternehmerin, Wirtin und Buchautorin. Ihr Reisebericht „Wer schön sein will, muss reisen“ erscheint heute im Scherz-Verlag.

Während ihres Trips besuchte Wittler mauretanische Frauen. Dabei begleitete sie ein Freund mit Videokamera. Das mauretanische Schönheitsideal unterscheidet sich vom westlichen: Wittler fand Frauen, die sich mästen lassen oder lebensbedrohliche Medikamente einnehmen – nur um dicker und damit „schöner“ zu werden. Dabei lernen die Leser auch die TV-Persönlichkeit Tine Wittler anders kennen.

Frau Wittler, Sie beschreiben in Ihrem Buch, dass ein Internetnutzer herausgefunden hat, warum Sie in Ihrer RTL-Sendung immer Handschuhe tragen: Der Grund sei, dass Sie „ganz schlimme“ Warzen hätten. Haben Sie sich ertappt gefühlt?

Ertappt wobei? Nein, ich habe mich nur wie schon öfter gewundert, was andere Leute alles über mich zu wissen glauben – sogar Dinge, die mir selbst noch gar nicht bekannt waren.

Das Buch zeigt auch eine sehr nachdenkliche Tine, die sich zum Beispiel die Kommentare der User zu ihrer Person durchliest und danach auch mal mit Selbstzweifeln sitzen bleibt. Täuscht das Bild der taffen Fernseh-Frau?

Sie sagen es schon richtig, das Bild der „taffen Fernseh-Frau“ ist eben – nur – eines: Ein Bild. Jeder Mensch aber hat ja unterschiedliche Bilder, spielt unterschiedliche Rollen, hat gute und schlechte Tage, verschiedene Seiten. Das gehört zum Menschsein dazu. Selbstverständlich gibt es einen Unterschied zwischen der „Fernseh-Tine“ und der privaten Tine Wittler. Das ist auch absolut notwendig, um sich weiterzuentwickeln – jede Seite kann ja zum Beispiel von der anderen lernen. Dennoch halte ich komplette Deckungsgleichheit hier weder für erstrebenswert noch für notwendig. Das Showgeschäft ist das Showgeschäft – und mein Leben ist mein Leben. Diese beiden Seiten sind zwar bis zu einem gewissen Grad miteinander verwoben, aber sie sind keine identischen Kopien voneinander.

Sie haben Ihre Reise sorgfältig vorbereitet. Wie haben die Menschen dort auf Sie als Journalistin reagiert?

Es versetzt einem, glaube ich, immer zunächst einen kleinen Schock, wenn man ein Land bereist, in dem nicht nur in Sachen Schönheitsideal, sondern auch in Sachen Wohlstand oder Alltag ganz andere Maßstäbe herrschen. Die Reaktionen auf meine Fragen waren aber fast durchweg positiv. Ich habe erstaunlich offene Antworten erhalten und auch Dinge erfahren, die mich sehr überrascht haben. Zum Beispiel, wie stark und stolz die mauretanischen Frauen sind – obwohl sie in ihrem Land vor dem Gesetz sehr benachteiligt sind.

In Mauretanien gibt es ja viele Probleme, die wir uns in Europa kaum vorstellen können. Glauben Sie, dass die deutschen Medien zu wenig über die Zustände in solchen Ländern berichten?

Mauretanien findet tatsächlich in den deutschen Medien so gut wie gar nicht statt. Informationen über das Land habe ich oft aus spanischen oder französischen Medien beziehen müssen. Auch weiß allein mit dem Namen „Mauretanien“ kaum jemand etwas anzufangen – manche Leute verwechseln das Land gar mit Mauritius. Dabei ist es gar nicht so weit entfernt und liegt geografisch im Umfeld touristisch durchaus erschlossener Reiseziele wie Marokko oder Tunesien.

Sie waren in einer mauretanischen Talkshow zu Gast. War das für Sie als Fernsehmoderatorin Routine?

Nein, das war absolut keine Routine. Die Aufzeichnung hat am Ende meiner Reise stattgefunden. Die Moderatorin der Sendung wollte also von mir erfragen, was ich während meiner Reise gelernt habe. Es war nicht einfach, dies alles verständlich wiederzugeben, denn alle Eindrücke waren noch sehr frisch, sehr präsent und noch nicht so sehr geordnet. Aber ich habe mein Bestes zu geben versucht und hoffe, dass ich den Zuschauern klarmachen konnte, was mir der Besuch in ihrem wunderbaren Land bedeutet hat.

Sie sagen: „Wer schön sein will, muss reisen.“ Doch nach und nach lernen Sie die Schattenseiten des mauretanischen Schönheitsideals auch am eigenen Leib kennen. Hätten Sie nicht ein anderes Fazit ziehen müssen?

Der Titel „Wer schön sein will, muss reisen“ ist nach meiner Reise entstanden. Denn er beinhaltet genau das, was ich durch diese Reise erfahren habe: Wer an Kraft und Selbstbewusstsein gewinnen will, wer lernen und Erkenntnisse gewinnen will, der muss sich auf Reisen begeben, seine eigenen Grenzen sprengen und sich auf den Weg machen, Neues kennenzulernen. Mit „schön“ meine ich also mitnichten ausschließlich das Äußere! Die Offenheit gegenüber fremden Menschen und Kulturen; die Bereitschaft, über den eigenen Tellerrand zu blicken und zu lernen, dass die Maßstäbe, mit denen jeder von uns aufwächst, nur relative Maßstäbe sind, die nicht überall Geltung haben. Und zu erkennen, dass ich selbst entscheiden kann, ob ich diese Maßstäbe auch für mich selbst anlege: Ich glaube, das ist es, was einen Menschen letztendlich schön macht.

Was nehmen Sie von der Reise für Ihre weitere Arbeit mit?

Derzeit arbeiten wir daran, aus dem in Mauretanien gedrehten Material einen Film zu machen – eine spannende, intensive Aufgabe. Insofern habe ich auch jetzt noch tagtäglich mit meiner Reise zu tun. Nicht nur wegen dieser Arbeit, sondern weil die Veränderungen, die ich durch diese Reise erfahren habe, auch das ganze Leben danach beeinflussen. Ich hoffe, dass dieser Einfluss weiter bestehen bleibt und nicht irgendwann durch den Alltag nach der Rückkehr in das alte Leben zu verblassen droht.

Wann soll Ihr Mauretanien-Film veröffentlicht werden?

Es wird ein 90-minütiger Dokumentarfilm. Wir arbeiten derzeit am Schnitt, können aber noch nicht sagen, ob, wann und in welcher Form eine Veröffentlichung stattfinden wird.

Das Interview führte Marcel Fröbe. Es erschien am 23. Februar 2012 auf medienMITTWEIDA.